Nachruf Heiko Zienert

Kreuz mit Ähre

In Gedenken an Heiko Zienert

Es gab mal eine Zeit, da war Gebärdensprache nicht selbstverständlich, da mussten Gehörlose versteckt und heimlich in Gebärdensprache kommunizieren. Ziel der Pädagogen und Fachleute war die größtmögliche Anpassung an die Lebenswelt Hörender und ihrer Lautsprache – Bevormundung und ein ständiger Kampf um eigene Rechte waren an der Tagesordnung.

Wenn wir heute unsere hörgeschädigten Kinder sehen, wie selbstbewusst sie die Gebärdensprache verwenden und auch dafür einstehen – dann ist einer, dem wir dafür Dank schulden, Heiko Zienert.

Er war ein unermüdlicher Kämpfer für die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache. Mit seiner unverwechselbaren Art, seiner Dickfelligkeit und Zielstrebigkeit, hat er als einer der Gründungsväter der DGS, den Weg bereitet, dass die Gebärdensprache den Status einer vollständigen, gleichwertigen und eigenständigen Sprache erhalten hat. Wir sind dankbar, dass dadurch auch bilinguale Unterrichtskonzepte und ein selbstbewussterer Umgang Gehörloser mit der Gebärdensprache Einzug im deutschen Bildungssystem gehalten haben.

Wir möchten uns daran erinnern, welche Auswirkung und Bedeutung der Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprache auch für unsere hörgeschädigten Kinder hatte und bis heute hat. Deshalb dürfen wir nicht müde werden, im Sinne von Heiko weiter zu kämpfen. Weiter für unsere Rechte einzustehen – darin ist und bleibt Heiko Zienert uns immer ein Vorbild!

Der Bundeselternverband spricht den Hinterbliebenen sein Beileid aus und trauert um einen wertvollen Weggefährten im gemeinsamen Kampf um die Rechte gehörloser Menschen!