Gebärde des Jahres 2019 ist „Bildungs-Frühstück“

Bereits zum 7. Mal in Folge suchte das auf hör-, sprach- und kommunikationsbeeinträchtigte junge Menschen spezialisierte Berufsbildungswerk Leipzig die Gebärde des Jahres.
Die diesjährigen Gebärden wurden beim Tag der offenen Tür im Berufsbildungswerk Leipzig, zum Tag der Gehörlosen bei einer Veranstaltung vom Stadtverband der Hörgeschädigten Leipzig e.V. und bei der Kulturpreisverleihung der Gehörlosen „Goldene Krone“ aufgenommen.

Die meisten Punkte von einer fachkundigen Jury erhielt die Gebärde „Bildungs-Frühstück“ (wörtlich übersetzt: Bildungs-Essen). Eingereicht hatte sie Claudia Mechela aus Berlin bei der Verleihung der Goldenen Krone 2019 in Leipzig. Hinter der Gebärde steckt die Idee einer Veranstaltung. Das Bildungs-Frühstück in Berlin ermöglicht Begegnung zwischen jungen geflüchteten Gehörlosen und älteren gehörlosen Menschen. Sie kochen und essen gemeinsam, überwinden Kommunikationsbarrieren und finden so zusammen. Verständigung, Inklusion und Bildung gehen also, genau wie Liebe, durch den Magen. „Am Ende kommt es nicht auf das Wort Bildungs-Frühstück an, sondern darauf, dass alle die Gebärde sofort verstanden haben und bis heute benutzen“, erklärt Claudia Mechela in ihrem Videobeitrag.

Den 2. Platz belegten (punktgleich) Matthias Mauersberger aus Borsdorf mit der Gebärde „Klimawandel“ und Andrea Schmetzstorff aus Leipzig mit „Deaf Power“. Die Jury hatte bei ihrer Bewertung u.a. auf Verständlichkeit, korrekte Ausführung, deutliches Mundbild und Kreativität geachtet.

200.000 Menschen in Deutschland kommunizieren in Deutscher Gebärdensprache (DGS), die seit 2002 eine anerkannte Sprache und Muttersprache von gehörlosen Menschen ist. Das Berufsbildungswerk Leipzig macht mit der Aktion Gebärde des Jahres immer wieder auf die Deutsche Gebärdensprache aufmerksam, um Interesse zu wecken und Barrieren abzubauen.