Presse

PM: Dresden, Unterricht an der Gehörlosenschule mangels Personal auch weiterhin nicht in
Gebärdensprache. Eltern gehörloser Kinder sollen laut Schulamt Anträge auf Schulassistenz durch
Gebärdensprachdolmetscher stellen.

Für das kommende Schuljahr sollen Eltern gehörloser Kinder Anträge auf Eingliederungshilfe beim
Sozialamt stellen, damit ihre  Kinder dem Unterricht in Gebärdensprache folgen können.

Eltern gehörloser Kinder hatten gefordert, dass der Unterricht für ihre Kinder in der
Gehörlosenschule Dresden spätestens ab dem kommenden Schuljahr in Gebärdensprache
abgehalten wird.

Aus diesem Anlass hatte sich der sächsische Ministerpräsident Herr Michael Kretschmer im Mai mit
den Eltern getroffen und sich von diesen die Situation ihrer Kinder schildern lassen. Er ordnete ein
gemeinsames Gespräch aller Beteiligten in der Gehörlosenschule (Förderzentrum Hören Dresden) an.
Vergangene Woche fand das Treffen statt. Dabei waren Herr Pöhler (Beauftragter für Menschen mit
Behinderung), Vertreter des Ministeriums, des Schulamts, die Eltern und die Direktorin des
Förderzentrums Hören.

Die Schuldirektorin konnte den Eltern jedoch keine Unterrichtsplanung mit
gebärdensprachkompetentem Personal vorlegen. Auch das Landesamt für Schule und Bildung teilte
mit, dass die Suche nach gebärdensprachkompetentem Personal bislang ergebnislos verlaufen ist.

Vor diesem Hintergrund forderte der zuständige Referatsleiter beim Landesamt Herr Olaf Reitz die
Eltern auf, Anträge auf Schulassistenz durch Gebärdensprachdolmetscher beim Sozialamt zu stellen.

„Ich mache mir große Sorgen! Bei einem Antrag auf Schulassistenz durch
Gebärdensprachdolmetscher ist es wichtig, dass die Schule oder das Landesamt die Notwendigkeit
des Einsatzes der Dolmetscher klar befürwortet. In dem kürzlich stattgefundenen Gespräch hat sich
die Direktorin der Gehörlosenschule nicht geäußert, wie sie zur Gebärdensprache steht. Wir können
nur hoffen, dass sie die Anträge für unsere Kinder unterstützt. Ansonsten geht der in Lautsprache
gehaltene Unterricht weiter an unseren Kindern vorbei. Unsere gehörlosen Kinder haben aber doch
ein Recht auf Unterricht in Gebärdensprache! Sie müssen die Unterrichtsinhalte doch verstehen
können!“, so René Mittländer,  Vater zweier gehörloser Kinder (10 und 12 Jahre alt). Seinen Kindern
wurde der Gebärdensprachdolmetschereinsatz jüngst vom Sozialgericht Dresden in 1. Instanz
verweigert, da das Gericht aufgrund der Aussagen der Schulleitung keinen erkennbaren Grund dafür
sah.

Nach Aussagen der Elterninitiative ist mit ca. 8 Anträgen auf Schulassistenz durch
Gebärdensprachdolmetscher im Unterricht für gehörlose Kinder in Grund- und Oberschule des
Förderzentrums Hören in Dresden zu rechnen.

293 Schüler mit verschiedenen Hörbehinderungen besuchen aktuell die drei sächsischen
Förderzentren Hören in Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Thema „Gehör“ in „Hirschhausens Quiz des Menschen“

Zum Auftakt geht es in „Hirschhausens Quiz des Menschen“ (Das Erste, Donnerstag, 9. Mai, 20.15. – 21.45 Uhr) auch um unser Gehör. Dafür hat Eckart von Hirschhausen die zehnjährige Jette ins Studio eingeladen und sie auch einen Tag zuhause besucht.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Schauen!

Pressemitteilung

Der Name „BiBi“ leitet sich ab vom Begriff „bimodal-bilingual“ und spielt auf das Konzept bimodaler Zweisprachigkeit an, also die Zweisprachigkeit in einer Gebärden- und einer Lautsprache. 

Alle 2 Wochen können Familien sich barrieefreie Videos unter dem Titel „WissenVisuell“ in Gebärdensprache oder Lautsprache mit Untertiteln ansehen.
Viele Spaß beim Aufschlauen!