TB: Workshop „Alltägliche Herausforderungen im familiären Miteinander und Anregungen für einen hifreichen Umgang damit“

Pannen-1080pIn dem Workshop „Alltägliche Herausforderungen im familiären Miteinander und Anregungen für einen hifreichen Umgang damit“ geleitet von Fr. Wilma Pannen, wurde das pädagogische Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg vorgestellt. Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist es, Hilfestellung in alltäglichen krisenhaften Momenten zu geben und Lösungswege im Alltag aufzuzeigen.

Zunächst wurden den Seminarteilnehmern ein kurzer theoretischer Abriss von Rosenbergs Konzept vorgestellt.
Rosenberg geht dabei von zwei Annahmen aus:

  1. Alle Menschen möchten glücklich sein
  2. Die Menschen sind gut und verletzen in der Regel nicht aus böser Absicht.

Die Herangehensweise in einer Konfliktsituation mit dem Ziel der positiven Veränderung des Konkfliktes gestaltet sich nach Rosenberg wie folgt:

  1. Was beobachte ich? – (Wie nehme ich gerade die Konfliktsituation wahr? ; persönliche Interpretationen sollen vermieden werden
  2. Wie fühle ich mich in der Situation?
  3. Was für ein Bedürfnis habe ich eigentlich gerade, was brauche ich (in dieser Situation oder im Moment), was ist für mich wichtig?
  4. Lösungsidee

In Konfliktsituationen beherrschen oft negative Gefühle die Konfliktpartner. Diese können beispielsweise sein: Wut, Ärger, Unverständnis, Nervosität, Trauer usw.

Nach Rosenberg hängen diese negativen Gefühle, die wir oft zeigen, immer mit unerfüllten Bedürfnissen zusammen, die wir im Konfliktmoment nicht befriedigen können oder befriedigt bekommen.
Im Seminar wurden viele Beispiele für den Zusammenhang von negativen Gefühlen und unerfüllten Bedürfnissen gegeben.
So zeigen wir beispielsweise in Alltagssituationen nervöses Verhalten, da unser eigentliches Bedürfnis nach Ruhe nicht erfüllt werden konnte. Ein anderes Beispiel wäre das Gefühl von Trauer, wo das Bedürfniss nach Gemeinschaft/Geborgenheit oder aber dem „Alleinsein“ nicht befriedigt werden kann.

Das grundlegende Ziel von Rosenbergs Theorie besteht nun darin, dass die Bedürfnisse der Konfliktteilnehmer befriedigt werden und sich somit der Konklikt gewaltfrei lösen lässt.
Dabei geht es zunächst darum, sich seiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu werden und im Anschluß daran zu versuchen, die Bedürfnisse des/der Konfliktteilnehmer zu erkennen um dann eine Lösung zu finden, die die Bedürfnisse aller berücksichtigt und miteinbezieht.

In der praktischen Umsetzung wurden die Seminarteilnehmer aufgefordert, nach der beschriebenen theoretischen Vorgehensweise sich eine Konfliktsituation aus dem Alltag vorzustellen und sich bezüglich der oben genannten vier Punkte schriftlich Notizen zu machen. Im Anschluß daran wurden Gruppen gebildet, die auf der theoretischen Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation über Alltagssituationen diskutieren sollten und gemeinsam sollte versucht werden, Lösungswege zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Gruppen wurden dann im Plenum vorgestellt.

Das theoretische Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Rosenberg ist ein sehr komplexes und umfangreiches Thema, welches meiner Meinung nach den Rahmen des vierstündigen Seminars etwas gesprengt hat, so dass der Austausch der Teilnehmer untereinander etwas zu kurz kam. Ich denke jedoch, dass jeder der Teilnehmer etwas von der Theorie Rosenbergs mit in seinen Alltag nehmen konnte und in Konfliktsituationen hilfreich anwenden kann.
Ich konnte persönlich zwei Dinge aus dem Seminar mitnehmen, die mir zukünftig sicher hilfreich sein werden.

  1. In Konfliktsituationen versuchen zwischendurch mal durchzuatmen, wenn möglich versuchen, auch mal aus der Situation zu gehen, um sich wieder bewußt zu machen, was eigentlich gerade vor sich geht und wie ich die Situationen entspannen oder lösen kann.
  2. Ich versuche mir im Konflikt meiner Bedürfnisse und die meines Gegenübers bewußt zu werden und suche dann nach Lösungsidee, vielleicht einer Handlungsstrategie wie ich die Bedürfnisse befriedigt bekomme.

Thorsten Blättel

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