TB: Workshop Kinder und Jugendliche mit mehrfacher Sinnesbehinderung

Mit großer Vorfreude sind wir am Donnerstag in Duderstadt bei der Tagung angekommen und haben uns sofort wohl gefühlt inmitten bekannter aber auch neuer Gesichter. Wir nehmen sehr viel Energie wie jedes Jahr aus diesen schönen gemeinsamen Tagen. Alle die keinen Platz mehr im Tagungshaus bekommen haben – der Zeltplatz Nesselröder Warte ist sehr zu empfehlen. Wir haben dort gezeltet und es war toll! Von den Workshops am Freitag interessierte uns vor allem der von Frau Dr. Wanka zum Thema Kinder und Jugendliche mit mehrfacher Sinnesbehinderung.

Nach kurzer Vorstellung ihrer- und unsererseits gab Sie uns theoretischen Input zum Thema Charge Syndrom. Da diese Kinder viele verschiedene Formen von Sinnesbeeinträchtigen haben können ließen sich viele sinnesspezifische Erklärungen an den Symptomen herleiten.

Die Interaktion mit den Workshopteilnehmern ist ihr gut gelungen. Eltern betroffener Kinder haben sich zu Wort gemeldet und ihre Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern geteilt. Sehr gut hat mir persönlich gefallen wie Frau Wanka dargestellt hat wie besonders und einzigartig jedes einzelne Kind ist und was zur gelungenen Kommunikation mit einem hörsehbehinderten Kind zu beachten ist. Die klassisch „Eins nach dem anderen Menschen“ haben besondere Bedürfnisse die es zu entdecken und richtig zu interpretieren gilt. Neben Einschränkungen im Hör- und Sehsinn ging es im Workshop außerdem um Eigenwahrnehmung der Kinder, Gleichgewichts-, Geruchs- und Geschmackssinn.
Praktisch untermalt hat sie ihre Ausführungen mittels Filmsequenzen eines Charge-Kindes in Interaktion mit seinem Vater in 3 verschiedenen Altersdarstellungen. Zu beobachten wie sich der Junge entwickelt hat fand ich sehr interessant.

Im Anschluss daran konnten wir als Workshopteilnehmer selbst praktische Erfahrungen sammeln indem wir an 3 Stationen ausprobierten wie es sich anfühlen könnte hör-sehbehindert zu sein und einen eingeschränkten Tastsinn zu haben. Wir bekamen Brillen die nur ein sehr geringes oder gar kein Sehvermögen vorgaben, Kopfhörer und Handschuh. So spielten wir zu zweit „Wer bin ich?“ und „Vier gewinnt“. Wir waren gefordert unsere eigenen Kommunikationsstrategien zu entwickeln da wir aufgrund der Beeinträchtigungen im unterschiedlichen Ausmaß nicht klassisch gebärdensprachig oder lautsprachig kommunizieren konnten.

Zum Abschluss haben wir ausgewertet was jeder von aus der Übung als Eigenerfahrung mitnimmt und was im Umgang mit hörsehbehinderten Kindern unterstützend sein kann.
Alles in allem war der Workshop ein schöner Zugewinn an Erfahrungen.

Maria Weiß, Potsdam