Erfahrungsberichte

Die ganze Tagung über wurde intensiv diskutiert, welche Beschulungsart die richige für unsere Kinder sein könnte. Es wurden die Vor- und Nachteile der Förderschulen, die Beschulung in der Regelschule mit Dolmetschern als auch neuere Konzepte, wie Schwerpunktschulen oder Kindergartenassistenz, vorgestellt und grundlegend besprochen.

Aus diesem Grund war es besonders spannend, die Kinder in einem Erfahrungsbericht selbst zu Wort kommen zu lassen. Unterstützt von ihren Eltern stellten sich 4 Kinder mutig dem Publikum (drei Schulkinder, ein Kindergartenkind). Sehr berührend und persönlich berichteten die Familien aus ihrem Schul- und Kindergartenalltag.

Vorgestellt wurde der Übergang von der Förderschule auf eine Gesamtschule mit Dolmetschern und der Schulstart in einer Grundschule mit Dolmetschern. Teilweise musste um die Finanzierung der Dolmetscher hart gekämpft werden. Die Zufriedenheit der Kinder in lautsprachlich orientierten Schulen schien es jedoch wert zu sein die wiederkehrende Beantragung bei den jeweiligen Ämtern zu bewältigen. Die Familen sprachen von hörenden und gehörlosen Freunden, von Theater- und Klassenfahrten, wie sie DGS an ihre hörenden Mitschüler weitergaben und einem alltäglichen Schulleben.

Ein weiterer Bericht beschrieb die erfolgreiche Nutzung von VerbaVoice im Englischunterricht einer Förderschule. (VerbaVoice: über das Internet werden Schriftdolmetscher oder Gebärdensprachdolmetscher zugeschaltet). In diesem Unterricht wird nur in DGS aber nicht in ASL kommuniziert, daher erschien die Unterstützung durch einen Schriftdolmetscher notwendig. Es gab sehr viele interessierte Nachfragen im Publikum und positive Anmerkungen über den Mut diesen innovativen Weg auszuprobieren.

Der letzte Beitrag ergänzte einen vorausgegangenen Workshop über Kindergartenassistenz und unterstrich noch einmal die Bedeutung von Gebärdensprache für Träger eines Cochlea-Implantats. Neben den wertvollen fachlichen Hinweisen zeigte dieser Bericht wie viel Kraft und Ausdauer notwendig ist, um mit einer schwierigen Diagnose zu leben und immer wieder einschneidende Entscheidungen treffen zu müssen. Wie aus den Gesprächen in und nach den Erfahrungsberichten deutlich wurde, sind es aber diese Lebensgeschichten die auch anderen Familien Mut machen ihren Weg im Sinne der Kinder zu gehen.

I. Feierabend