Inklusion gehörloser Kinder in frühkindlichen Bildungseinrichtungen – Anforderungen an eine KITA-Assistenz

DSCN7955-1080pDer Vortrag von Frau Goppelt fand großes Interesse und Resonanz. Hierüber haben wir uns besonders gefreut, denn unser Sohn hat von seiner KITA-Assistenz sehr profitiert. Als hörende Eltern, hätten wir unseren Sohn nicht so gut, selbstverständlich und schnell in die Sprache (DGS) bringen können, wie dies bereits gelungen ist. Von Frau Goppelt wurden die Anforderungen an eine Assistenz herausgearbeitet. Sie konnte dabei auf ihre wissenschaftlichen Arbeiten wie auf Praxiserfahrung zurückgreifen.

Besonders wichtig für eine erfolgreiche Inklusion ist danach eine sehr gute Gebärden-sprachkompetenz der Assistenz, um bestmöglich zur Teilhabe des Kindes beizutragen (Übersetzungen, Sprachförderung, DGS-Vermittlung, etc.). Dies wirkt nicht nur gegenüber dem gehörlosen Kind positiv, sondern hat auch Einfluss auf die anderen Kinder und Erzieher. Besondere Bedeutung für das gehörlose Kind misst Frau Goppelt auch adäquaten Visualisierungen bei. Von solchen Angeboten hat auch unser Sohn sehr profitiert.

Am Ende des Vortrags klang aus dem Publikum noch an, dass man sich für ein entsprechendes Berufsbild stark machen sollte. Dabei sollten im erforderlichen Umfang auch (heil-)pädagogische Inhalte berücksichtigt werden. Aus unserer Sicht kann die Wichtigkeit einer guten Assistenz in der frühkindlichen Bildung nicht genug betont werden. Es ist die Zeit des Spracherwerbs und damit die Basis für eine bessere Inklusion für das weitere Leben des hörgeschädigten Kindes. Gerade die DGS-Sprachvermittlung ist für hörende Eltern sehr herausfordernd. Wir wünschen uns, dass die Ergebnisse und das Buch von Frau Goppelt weite Verbreitung finden und viele Kinder von einer entsprechenden Förderung profitieren können.

von Oliver Lührs, Hamburg